Produktionen

POSER (sic!) - Gebt Gedankenfreiheit! 

Eine multimediale Performance von Sir Gabriel Dellmann

 

Sir Gabriel Dellmann setzen ihre Erforschung der politischen Zustände fort. Diesmal geht es um das Intimste und das Äußerlichste: die Gedanken und die Posen. Eine wuchtige Performance über Grundfragen der Überwachungsgesellschaft, mit schamlosem Griff in die Schmuckkästen und Pralinenschachteln der Popkultur.

 

Vier Schauspieler*innen berichten von John le Posa – der nicht von ungefähr an den Marquis von Posa aus Schillers Don Karlos erinnert. Und den treibt Existenzielles um: Überwachung, Datensammelwut, alltägliche Kontrolle – wo genau geht es noch um den Menschen als denkendes, fühlendes Wesen, und wo nur noch um ein erfassbares Konglomerat von Zahlenfolgen, Algorithmen? Posa tritt an gegen die Vertreter des Status Quo und gerät ins Wanken und in die Schusslinie der Justiz und der öffentlichen Meinung. Zwischen Eigen- und Fremdbildern hin- und hergerissen, verliert er sich in den Weiten dieser digitalisierten Welt: Aufklärung oder Verschwörungstheorie, Fiktion oder eine glaub-würdige Realität?

 

Sir Gabriel Dellmann schreiben mit Video, Schauspiel und Sounds eine Tragikomödie der Freiheit in Zeiten der Vernetzung. Zwischen rasanter Video-Art, albtraumhaften Szenarien, Beats, Trash und Splatter entsteht ein multimedialer Rausch. Doch gerade in diesem Zustand wird das Denken vielleicht klarer. Wie verändert sich unser Verhalten, seitdem uns nach und nach dämmert, dass die eigenen Gedanken nicht mehr frei sind? Hören wir dann auf zu denken? Von wem sollen wir, wie Posa bei Schiller, noch fordern: „Gebt Gedankenfreiheit"?

 

Eine Koproduktion von Sir Gabriel Dellmann, Theater im Depot Dortmund, Rottstr 5 Theater Bochum und studiobühneköln. Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, das NRWKultursekretariat, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Bochum und das Kulturamt der Stadt Köln.

 

Sir Gabriel Dellmann wurde 2012 vom Autor und Regisseur Björn Gabriel und der Bühnenbildnerin Stefanie Dellmann gegründet. Seit 2014 gehört Anna Marienfeld fest zum Leitungsteam. Neben ihnen gehören in wechselnden Konstellationen Schauspieler*innen und Videokünstler*innen zur Gruppe. Die Arbeiten drehen sich um Fragen des Lebens und Zusammenlebens. Die Grundelemente der Inszenierungen (Text, Ausstattung, Visuelles und Akustisches) arbeiten mit Zitaten und fügen diese neu und in einem fragilen Orientierungslauf zusammen. Verschiedene Stile treffen aufeinander: Psychorealismus auf Agitprop auf Lichtkunstinstallation auf performative Interaktion.

 

Ort: Theater im Depot
Text & Regie: Björn Gabriel
Produktionsleitung: Anna Marienfeld
Ausstattung: Steffi Dellmann
Video: Björn Nienhuys, Tilmann Oestereich
Spiel: Martin Hohner, Fiona Metscher, Aischa-Lina Löbbert, Matthias Hecht

Wohin des Weges, Volksvertreter?

Eine performative Intervention von Sir Gabriel Dellmann

 

eine Koproduktion von Sir Gabriel Dellmann, Theater im Depot Dortmund, Rottstr 5 Theater Bochum und studiobühneköln

 

Die fortschreitende Deregulierung der Bürgerrechte führt die Behauptung einer "demokratischen Ordnung" ad absurdum. Politisches Bewusstsein der Entscheidungsträger und der Bevölkerung verwaisen in der Peripherie. Wie kann das moralische Vakuum ausgefüllt werden?

Zu dieser Kernfrage konstruieren Sir Gabriel Dellmann eine Performance, die den Charakter einer multimedialen TV-Show nutzt - um den Ausverkauf unser Werte und die Überforderung des Individuums im Informationswirrwarr abzubilden. Vier Performer und ein Live-Videokünstler versuchen aus unterschiedlichen Positionen dem Dilemma zwischen Recht und Moral auf den Grund zu gehen. Verschiedene politische Ausrichtungen prallen aufeinander, suchen nach Lösungen, planschen im Matsch der Klischees. Das Publikum darf über Gelingen und Scheitern der Thesen nicht nur urteilen, sondern immer wieder auch Bewertungen abgeben und somit den weiteren Verlauf beeinflussen. Dann geschieht das Unvorhersehbare und verändert alles.

Wirklich?

 

Text & Regie: Björn Gabriel
Ausstattung: Stefanie Dellmann

Produktion: Anna Marienfeld

Vision & Sound: Tilmann Oestereich / Mario Simon

Spiel: Fiona Metscher, Aischa-Lina Löbbert, Martin Hohner, Matthias Kelle

 

Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, das NRWKultursekretariat, das Ministerium für Familie Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, die Stadt Bochum und das Kulturamt der Stadt Köln. 

THE GREAT DEMOCRACY SHOW - 

it's unbelievable

Parcours durch einen Überwachungsstaat

 

eine Koproduktion von Sir Gabriel Dellmann, Theater im Depot Dortmund, Rottstr 5 Theater Bochum und studiobühneköln

 


Text & Regie: Björn Gabriel
Ausstattung: Stefanie Dellmann

Produktion: Anna Marienfeld
Vision & Sound: Philipp Skuza/Mario Simon
Spiel: Jennifer Frank/Fiona Metscher/Martin Hohner/Christoph Jöde

 

Unsere Freiheit ist nicht erst seit den NSA-Lauschangriffen in Gefahr geraten. Viel länger schon bedeutet die omnipräsente Steuerung unseres Willens einen perfiden Dauerangriff auf unsere Intimität: Die Unterhaltungsindustrie vermittelt uns, was und wie wir zu begehren haben. Die Werbeindustrie produziert Lebensgefühle, die uns glauben machen, mit dem Besitz von Mainstreamprodukten unsere angebliche Individualität entsprechend eingekleidet zu haben. Wir befinden uns in einem moralischen Vakuum, in dem Traditionalismus an die Stelle des Bewusstseins getreten ist - dennoch feiern wir ständig die Errungenschaften unserer demokratischen Ordnung.
THE GREAT DEMOCRACY SHOW ist eine kritische Auseinandersetzung mit Manipulations- und Überwachungsmethoden, dem Angriff auf das Recht auf Privatsphäre, und der Gleichgültigkeit der Entscheidungsträger und Bevölkerung.
Sir Gabriel Dellmann nehmen das Publikum mit auf einen Ritt durch Lichtkunst, Theater und Beat. Entertainer treten auf, Sekt wird gereicht und der Stolz, Mitglied einer humanistisch orientierten Gesellschaftsstruktur zu sein, wird spürbar.
Dann werden die Feierlichkeiten abgebrochen, da der Auftraggeber verschwunden ist. Was nun? Kommentatoren des Zeit- und Spielgeschehens schalten sich ein: Erinnyen (wer sonst?) zelebrieren den Untergang der freiheitlichen Werte und prophezeien weitere Katastrophen. Aber da gibt es auch noch Ziri (Name von der Redaktion geändert), die nette Verkäuferin des kosmopolitischen Lifestyles. Dem pseudo-hedonistischen Lebensentwurf sei keine Grenze gesetzt! Solange die Musik läuft, muss ja keiner hören, dass irgendwo eine Uhr tickt…

 

 

Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, das NRWKultursekretariat, das Ministerium Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Bochum, die Stiftung Kulturhauptstadt RUHR.2010, den Fonds Soziokultur, die Bezirksregierung Arnsberg und das Kulturamt der Stadt Köln.

 

Dantons Dilemma

Regie: Björn Gabriel
Bühne: Steffi Dellmann
Produktion: Anna Marienfeld
Vision & Sound: Nikolai Neugebauer, Mario Simon
Kostüm: Steffi Dellmann
Assistenz: Matthias Seier
Spiel: Janna Horstmann, Fiona Metscher, Martin Hohner, Matthias Hecht, (Janina Rudenska)

Verpackung:
Vier faule Vögel beiderlei Geschlechts, gefangen im Brachland einer zivilisatorischen Ordnung, die längst keine Orientierung mehr bietet... - also machen sie sich auf die Socken - die, der guten alten Erkenntnisgewinnerei. Es entwickelt sich ein wilder Trip durch Lichtinstallationen und Beat. Sie rauschen durch die sagenumwobenen Sümpfe der Pseudodemokratie, passieren das Spukschloss der Feingeisterei, finden Unterschlupf in einer Höhle des Lustgebirges und robben ihre trägen Leiber über den Gipfel der Unterhaltung bis ins Einmachglas der Sinnstiftung. 
Unterwegs ziehen sie mehrere Altmeister zu Rate - einer von jenen schließt sich ihnen an: George Danton - Experte für angewandte Revolutionswissenschaften...

Wie wollen wir leben? - Versuch einer Bestandsaufnahme der aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse. 
Wir entwickeln eine Textcollage aus persönlichen Erfahrungsberichten unserer Zeitgenossen, politischen Ereignissen und Analysen, welche unsere demokratische Ordnung hinterfragen. Die Collage wird abgeglichen mit "Lenz", der die Konstitution des Individuums im kollektiven Dilemma formuliert (Ansatz) und "Der Hessische Landbote" und Büchners Briefen, woraus wir Material zur gesellschaftlichen Veränderung generieren (Handeln). Dann entwickeln wir durch den Bezug auf "Dantons Tod" einen Pessimismus gegenüber den revolutionären Ansätzen. Die daraus folgende Resignation findet ihre Parallelen in der Stagnation einer angeblichen Demokratie, die nicht mehr in der Lage ist, ihre Probleme zu lösen (Scheitern). Ziel ist die Entwicklung von Diskursen zur Lage der Nation.

Lichtinstallationen und Soundcollagen liefern eine Plattform, auf der die menschlichen Körper agieren. Ein zweifacher Einsatz von Videokunst erzeugt eine Gleichzeitigkeit der Ereignisse und thematisiert Informationsüberlastungen und Überforderungen im Umgang mit der sogenannten Realität. 

Unterstützt durch: 
Theater im Depot, Dortmund; Theaterdiscounter, Berlin; Studiobühne Köln; Theater Rottstr 5, Bochum; NRW Kultursekretariat; Regionalverband Ruhr; Kulturamt der Stadt Köln; Kulturbüro der Stadt Dortmund; Stadt Bochum; Cafe Erdmann, Dortmund; RGU, Dortmund.

 

Kampf des Negers und der Hunde

 

Regie: Björn Gabriel

Ausstattung: Steffi Dellmann

Vision & Sound: Phillip Mattner, Daniel Hengst

Spiel: Annika Meier, Fiona Metscher, Caspar Kaeser, Matthias Hecht

Rückgrat: Romina Küper, Lena Gudrian

 

Die aktuelle politische Relevanz in Koltès modernem Klassiker ist ungebrochen: Alle Figuren liefern ein scharfes, nahezu prototypisches Abbild von gescheiterten Individuen, die sich in einer zivilisatorischen Ordnung bewegen, die keine Orientierung bietet. Ohne erkennbare Alternativen ist das Handeln zum Scheitern verurteilt und wird mit nur fadenscheinigen übergeordneten Ideen begründet und zu rechtfertigen versucht.
Auf einer französischen Baustelle in Westafrika, oder in Strasbourg, oder in Heiligendamm -- wo auch immer, verschwindet die Leiche eines schwarzen Arbeiters. Ja, es war CAL, Hobbyphilosoph und Freizeitgestalter. ALBOURY, ein Verwandter des Toten, fordert Rechenschaft? Der Bauleiter HORN will den Mord vertuschen und bietet Geld. LEONE, HORNs gerade aus Paris angereiste Verlobte, wird zum Streitobjekt zwischen den Männern. Der vielschichtige Konflikt zwischen den Protagonisten ist das Psychogramm von Ausgestoßenen und entfesselt einen erbitterten Kampf jeder gegen jeden.
Musik, 6 Baustangen, 5 Europaletten, 4 Schauspieler, 3 Kameras, 2 Palmen, 1 Beamer und 0-Bock bilden eine Welt, die im Innersten zusammenfällt.

 

Unterstützt durch Kultursekretariat Landesbüro NRW / Stadt Dortmund / Pegel Köln